Organizational matters – Where does the name TuRa come from?

Die Fußballer, die sich heute TuRaner nennen, können auf eine wechselvolle Geschichte zurückschauen. Es gab einige Vereine, die in Dieringhausen, Vollmerhausen, Friedrichthal oder Brück Fußball gespielt haben, bevor im Juni 1933 die Abteilung TuRa innerhalb des TSV Dieringhausen gegründet wurde.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg gehörte das runde Leder zu den Freizeitaktivitäten der Dieringhauser Jungen. Der evangelische Pfarrer Ludwig Fuckel kickte mit dem evangelischen Jugendverein bereits 1908 auf der Theiswiese am Güterbahnhof. Die evangelische Kirche stand dem Fußball positiv gegenüber. Der Verein Adler Dieringhausen (1. Vorsitzender: Daniel Torsy) wurde 1919 gegründet, Eisenbahner aus Siegen zeigten den Dieringhausern, wie man gegen den Ball tritt.

Den Anfang des Sports in Dieringhausen machten Turner, die sich 1888 im Turnverein Dieringhausen zusammenschlossen. Im Laufe der Zeit kamen einige Sportarten hinzu. Anfangs waren die Turner vom Fußball überhaupt nicht begeistert. Doch 1922 schloss sich der Sport- und Spielverein Dieringhausen unter dem Vorsitz von Fritz Neuhausen zum ersten Mal dem Dieringhauser Turnverein an. Wegen interner Unstimmigkeiten löste sich der Verein 1924 auf.

Unter dem Vorsitz von Paul Wolf gründet sich ein neuer Fußballverein. Man schließt sich dem Verband der Deutschen Jugendkraft an. Der Verein nannte sich DJK Victoria Dieringhausen. Der Zusatz DJK (Deutsche Jugendkraft) zeigt an, dass es sich um einen Verein der katholischen Jugendbewegung handelte. Die Mannschaft spielte sehr erfolgreich und in der Saison 1930/1931 wurde man rechts- und linksrheinischer Gaumeister im DJK Sieg-Rheingau. Ein besonderer Spieler war Siegfried Remerscheid.

Die DJK löste sich 1932 auf. Ein Jahr später verboten die Nationalsozialisten die kirchlichen Sportgruppen, daher lässt sich vermuten, dass die DJK-Spieler bereits früh die Zeichen der Zeit erkannt haben. Die Fußballer schlossen sich zum zweiten Mal dem Turnverein Dieringhausen an.

Die Fußballer und Turner des TV Dieringhausen trennen sich im Sommer 1933 wieder. Die Fußballer gründen einen neuen Verein und schließen sich dem Westdeutschen Fußballverband an. Der Verein nennt sich Turn- und Rasensport Dieringhausen (TuRa Dieringhausen). Die genauen Gründe, warum ein neuer Verein gegründet wurde, was in der Nazi-Zeit eher ungewöhnlich war, sind nicht bekannt. Karl Klohsowski, Fritz Berzen, Arthur Klever, Kurt Spitzer, Herbert Weidlich (Komponist des TuRa-Lieds)  gehörten zu den Gründervätern.

Die Selbstständigkeit des Vereins TuRa Dieringhausen hielt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Am 7. Juni 1947 kam es zum dritten Zusammenschluss zwischen den Fußballern und den Turnern. Man einigte sich auf den Namen Turn- und Sportverein 1888 e.V. Dieringhausen. Die Fußballer bildeten die Abteilung TuRa. Seit über 60 Jahren hat sich der Zusammenschluss schon bewährt.

1971 tauchte für ein Jahrzehnt ein andere Name für die Fußballer der TuRa auf. Nach langen Gesprächen entschieden sich die Verantwortlichen für den Zusammenschluss der TuRa mit den Sportfreunden Vollmerhausen. Auf der Jahreshauptversammlung am 8. Mai 1981 unter Abteilungsleiter Werner Bubenzer erfolgte wieder die Umbenennung in TuRa.

Die Abteilungsleiter / Vorsitzenden

1919-1921: Daniel Torsy

1921-1924: Fritz Neuhausen

1924-1932: Paul Wolf

1932-1934: Arthur Klever

1934-1941: Herbert Weidlich

1945-1950: Karl Fuchs

1950-1951: Klaus Breuer

1951-1955: Harald Siebel

1955-1957: Karl Grote

1957-1964: Werner Hildesheim

1964-1965: Rolf Clemens Schürhoff

1965-1967: Reinhold Erlinghagen

1967-1971: Ulrich Pauly

1971-1975: Fritz Schiemann

1975-1978: Paul Helmenstein

1978-1980: Wilfried Schilling

1980-1982: Werner Bubenzer

1982-1991: Hermann-Josef Lenger

1991-1993: Joachim Schlechtingen

1993-1996: Werner Bubenzer

1996-1999: Hermann-Josef Lenger

1999-2004: Thomas Schiffbahn

2004-2008: Volker Küchemann

2008-2009: Boris Schommers

Sportliche Erfolge – Mannschaften und Spieler

Bereits vor 1945 konnten die Dieringhauser Kicker erste Erfolge erzielen. In ihrem ersten Jahr in der Saison 1932/1933 erreichte die TuRa den ersten Platz in der 2. Gauklasse, allerdings gab es noch zwei Klassen, die darüber lagen. 1941 erreichten die TuRaner den ersten Platz in der 2. Kreisklasse.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen wieder viele ehemalige Spieler zusammen: Paul Wolf, Karl Klohsowski, Karl Fuchs, Fritz Berzen, Dr. Willi Röhrig, Josef Trapp, Helmut Siebert, Heinz Simon, Walter und Robert Bauer, Heinz Trapp, Erich Vieweg, Heini Wahl, Hermann und Heinz Fassbender, Reinhard Schneevoigt, Kurt Spitzer, Willi Courth, Paul Helmenstein, Karl-Heinz Ludwig, Horst Neuhausen, Rudi Dommes, Walter Salz, Walter Klein u.v.a.

An einem Spiel einer oberbergischen Auswahlmannschaft am 21. Oktober 1945 gegen eine Mannschaft der englischen Besatzer nahmen auch die Dieringhauser Spieler Schneevoigt, Trapp und Kleinjung teil.

Die großen Erfolge der TuRa folgten in den 1950er und 1960er Jahren. In der Saison 1956/1957 holte man sich den Titel des Kreismeisters und stieg durch ein 4:0 gegen Borussia Königshofen erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bezirksklasse auf. Die Mannschaft mit Trainer Ottmar Grau konnte sich nur ein Jahr in der Bezirksklasse halten. In der Saison 1959/1960 erreichten die TuRaner wieder die Kreismeisterschaft, der Aufstieg wurde nicht erreicht.

Den dritten Kreismeister-Titel holte die Mannschaft mit Spielertrainer Günter Siepe dann 1962 und es gelang zum zweiten Mal der Aufstieg in die Bezirksklasse. Nach einem Fehlstart landete die TuRa in der Saison 1962/1963 auf dem 4. Tabellenplatz. Ulrich Pauly übernahm 1964 das Training der 1. Mannschaft. In der folgenden Saison belegte die TuRa in ihrer Staffel mit zwei Punkten Vorsprung auf den TuS Oberlar 07 den 1. Tabellenplatz und stieg damit in die Landesliga Mittelrhein (4. Liga) auf. Bezirksmeister im Juni 1966 wurden Horst Groß, Karl-Heinz Babel, Jürgen Eisenach, Harald Tuschy, Fredi Waffenschmidt, Jürgen Dommaschk, Dietmar Koch, Peter Broichhagen, Horst Frielingsdorf, Werner Boeckers und Günter Siepe.

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war am 8. August 1965 ein Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund auf dem Sportplatz Hammerhaus, das sensationell mit 4:3 gewonnen wurde. Zu den weiteren prominenten Gegnern jener Zeit gehörten der Bonner SC, Wuppertaler SV, Tasmania Berlin und Wattenscheid 09.

1968 stieg die TuRa aus der Landesliga ab. In den 1970er Jahren gehörte man überwiegend zur Kreisliga A. Doch 1981/1982 musste man den bitteren Gang in die Kreisliga B antreten.

Mit dem neuen Trainer Jürgen Thönes gelang in den folgenden Jahren ein rasanter Aufstieg.1986 wurde die TuRa nicht nur Kreismeister, sondern zum dritten Mal stieg das Team in die Bezirksliga auf. Die Spielklasse konnte nur drei Jahre gehalten werden. Am Ende der Saison 1993/1994 ging es wie zuletzt 1982 in die Kreisliga B. Nach dem Abgang von Jürgen Thönes übernahmen Jürgen Behrendt, Andreas Kubitschek und Werner Konopka die erste Mannschaft. Mit Börny Alzer kam der Aufschwung am Hammerhaus. 1997 gelang der Aufstieg in die Kreisliga A. Auf Börny Alzer folgte für zwei Jahre Andreas Lenger. Von der Rückrunde 2000 bis Sommer 2005 übernahm der ehemalige A-Jugendtrainer Marcello Formica das Ruder. In seiner Zeit konnte nicht nur der drohende Abstieg in die Kreisliga C verhindert werden, sondern der Aufstieg in die Kreisliga A wurde geschafft. 2003 ging es wieder zurück in die B-Klasse. Seit der Saison 2005/2006 waren zunächst Boris Schommers und Carsten Schneider als Spielertrainer tätig. Ab Februar 2009 war Thorsten Rinker für die erste Mannschaft verantwortlich.

Nicht nur in der ersten Mannschaft wurden große Erfolge erzielt, darunter vier Kreismeister-Titel und den Aufstieg in die Landesliga 1966. Auch die Frauen-Mannschaft der TuRa, die von Joachim Schlechtingen gegründet wurde und die unter Volker Küchemann ihre Blütezeit erlebte, ist seit den 1980er Jahren das beste Frauenteam im Kreis. 1991 erfolgte der Aufstieg in die Verbandsliga. Für ein Jahr spielten die TuRa-Frauen sogar in der Regionalliga West.

Auch im Jugendbereich und in der II. Mannschaft wurde viele Siege errungen. 1979 erreichte die A-Jugend den ersten Platz in der Sonderstaffel und wurde Kreismeister. Anfang der 1990er spielte für ein Jahr die C-Jugend der TuRa in der Bezirksliga, dies war zuvor und auch nachher keiner Jugendmannschaft der TuRa gelungen

Text: Maik Bubenzer
Quellen: 75 Jahre Fußball in Dieringhausen: 1919-194
Oberbergische Sportgeschichte. Von den Anfängen bis 1945.
Heinrich Heidenpeter: Fußball 1980.
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